Spanisches Zedernholz

Ausführliche Informationen zu Spanischem Zedernholz

Versucht man Informationen zum Thema "Spanisches Zedernholz" zu erhalten, so stellt man doch häufig fest, dass selbst vermeintliche Fachleute nur rudimentäres Wissen über dieses Holz haben. Kaum ein Holzhändler kennt dieses Holz und meist wird es gleichgesetzt mit der Kenia-Zeder, Western Cedar oder der Aromatic Red Cedar.

Dann gibt es da noch die Überaktiven, die so ziemlich in jedem Internetforum meinen, mitreden zu müssen, Texte einfach kopieren und dann auch noch Sachverhalte falsch darlegen und am Ende glauben, Spanisches Zedernholz sei Zedernholz, welches aus Spanien stammt. Dabei sind beide Vermutungen falsch.

Nun will ich hier nicht "klugscheißern". Was Sie auf diesen Seiten lesen habe ich mir natürlich auch nicht selber ausgedacht. Allerdings habe ich ein gutes Stück Zeit meines Lebens damit verbracht, mit Botanikern, Doktoren der Holzbiologie und Taxonomen zu sprechen und Informationen über dieses Holz zu sammeln. Diese habe ich ausgewertet und die Zusammenfassung können Sie hier lesen.



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Literaturempfehlungen zu Spanischem Zedernholz

Wer sich zu diesem Thema weiter informieren möchte und die Quintessenz aus einer Doktorarbeit und zwei Diplomarbeiten zu diesem Holz inhalieren möchte, dem sei die (nur in englischer Sprache erhältliche) Ausgabe der
Flora Neotropika
Monograph 28
vom Neotrop botanical Garden, 1981 (ISBN 0 89327 235 3)
ans Herz gelegt. Darin finden sich Beschreibungen sämtlicher Gattungen wie auch die Cedrela barbata, Cedrela fissilis var. macrocarpa, Cedrela caldasana, Cedrela longiflora, Cedrela pilgeri, Cerdela regnelli, Cedrela brunellioides, Cedrela balansae, Cedrela tubiflora und die Cedrela alliacea. Ganz toll, oder?
Zugegeben - besser werden Ihre Zigarren davon auch nicht. Aber es ist ein doch ganz interessanter Einblick, wie vielschichtig und komplex das Thema "Spanisches Zedernholz" ist.

Wie am Markt betrogen wird

Es ist schon erstaunlich was heute am Markt als "Spanisches Zedernholz" verkauft wird. Findige Verkäufer preisen Okkume, Bosse oder sogar schieres Pappelsperrholz als Spanisches Zedernholz an, ganz Pfiffige behandeln dann dieses geruchlose Holz mit Zedernholzöl, um die Täuschung vollkommen zu machen.

Wiederum andere behaupten, man dürfe als Spanisches Zedernholz nicht Cedrela odorata verwenden sondern müsse Cedrela mexicana kaufen. Cedrela odorata sei ein billiger Ersatz für Cedrela mexicana. Nun - das ist ungefähr so sinnvoll wie wenn man sagt: "Ein Daimler ist besser als ein Mercedes". Cedrela odorata und Cedrela mexicana gehören beide zur Gattung Cedro. Botanisch gesehen gibt es gar keinen Unterschied.

Der Unterschied liegt darin, dass es innerhalb der gleichen Gattung Bäume gibt, deren Holz extrem aromatisch, ja fast schon zu aromatisch ist und wiederum andere Bäume, deren Holz nur sehr schwach riecht. Wenn Sie nun Holz verschiedener Unterarten unter dem Aspekt der Aromen vergleichen, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass die eine Unterart stärker riecht als die andere. Das ist Unsinn. Innerhalb der gleichen Unterart können Sie extrem aromenreiche und aromenarme Bäume finden.

Im tropischen Asien und in Australien sind mehrere Arten der dem Cedro (also dem guten Humidorholz) nahe verwandten Gattung Toona verbreitet, die früher auch zur Gattung der Cedrela gezählt wurde, botanisch gesehen aber keine Cedrela ist. Diese meist als Kalantas, Red Cedar, Suren oder Toon bezeichneten Hölzer entsprechen im Aussehen und den Eigenschaften weitgehend dem brasilianischen Cedro, wenngleich auch hier gewisse Unterschiede feststellbar sind.

Weiter als "Spanisches Zedernholz" verkaufte Hölzer sind, wie gesagt, Bosse (Guarea spp.), aber auch Kahya Mahagoni (Kahya spp), Tiama (Entandrophragma Angolense) und amerikanisches Mahagoni leichter Qualität wie bspw. Swietenia Macrophylla (wenn man es denn noch bekommt, da es unter Artenschutz steht).

Jetzt wissen Sie, warum Holzkauf Vertrauenssache ist.

Wenn Sie dann doch einmal einen Händler finden, der Ihnen Spanisches Zedernholz verkaufen will, dann fragen Sie ihn, ob das Holz aus den unteren max. 18 Meter des Baumes stammt. Diese Information ist wichtig, da dieses Holz meist astfrei ist, der Sturmbruch geringer ist und das Holz weit weniger zum Verziehen neigt. Keinesfalls sollten Sie Holz aus dem oberen Baumbereich oder gar der Krone verwenden. Des weiteren sollten Sie die Spanische Zeder westafrikanischer und nicht südamerikanischer Herkunft kaufen. Das südamerikanische Spanische Zedernholz hat einen höheren Silikatgehalt und neigt mehr Bildung der Harzflecken.

Unser Spanisches Zedernholz erfüllt sämtliche von uns genannten Qualitätskriterien und noch weitere, die wir nicht extra erwähnen.



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