Messprinzipien für Feuchte

Erklärung der Begriffe

Je wärmer die Luft ist, desto mehr Wasser kann sie speichern. So kann z.B. 20°C warme Luft maximal 17,3 gramm Wasser pro Kubikmeter Luft aufnehmen. Mehr ist einfach nicht möglich. Die relative Luftfeuchte bezieht sich immer auf eine bestimmte Temperatur.

Maximale Feuchte
Nehmen wir also die 20°C. Die Luft kann bei 20°C maximal die 17,3 g Wasser/m³ Luft aufnehmen. Diesen maximal möglichen Wert (der mit steigender Temperatur auch ansteigt) nennt man maximale Feuchte.

Absolute Feuchte
Die bei einer bestimmten Lufttemperatur tatsächlich in der Luft gelöste Menge an Wasser nennt man absolute Feuchte. Wenn also bei 20°C nicht die maximal mögliche Menge an Wasser (17,3 g), sondern nur 12,5 g Wasser pro Kubikmeter Luft gelöst sind, dann beträgt die Absolute Feuchte:

absolute-feuchte

Relative Feuchte
Die relative Feuchte beschreibt das Verhältnis von der Menge an Wasser, die tatsächlich in der Luft enthalten ist (also die absolute Feuchte) zur maximal möglichen Menge an Wasser, die bei gegebener Temperatur in der Luft gelöst sein kann. Sie beschreibt sozusagen das Verhältnis von Wirklichkeit zum theoretisch möglichen. (Die relative Luftfeuchtigkeit gibt an, zu welchem Prozentsatz die absolute Luftfeuchtigkeit den maximalen Wert ausschöpft). Wenn, bezogen auf 20°C und 1m³ Luft, maximal 17,3 g Wasser in der Luft gelöst sein können, aber nur 12,5 g Wasser gelöst sind, so herrscht eine relative Luftfeuchte von 72%.

relative-feuchte

Das folgende Schaubild macht den Zusammenhang zwischen Temperatur und relativer Feuchte sichtbar. relative-feuchte-anstieg

Die für uns relevante Kurve ist die dritte blaue von oben. Am rechten Rand herrschen 20°C (Wert der X-Achse) und 70% rF (Y-Achse). Anhand der blauen Kurve können Sie erkennen was passiert, wenn die Luft um, sagen wir einmal 5°C abgekühlt wird (wenn Sie bspw. im Sommer den Humidor aus der überhitzten Wohnung in den Keller tragen). Gehen wir an der rot gestrichelten Linie nach links bis auf 15°C und fluchten nach oben auf die dritte blaue Kurve von oben. Die grün gestrichelte Linie nach links zeigt dann den Wert der relativen Feuchte. Sie erkennen: Wird 70% feuchte Luft um 5°C abgekühlt, so steigt die relative Luftfeuchte auf über 90%.

Dieser Sachverhalt lässt einen begreifen, weshalb bei schwankenden Temperaturen auch immer die relative Luftfeuchte im Humidor schwankt. Und Sie erkennen auch, wie wichtig eine präzise und schnelle Messung und Regelung der relativen Feuchte ist, um keine Über- oder Unterfeuchtung zu erhalten.

Es gibt sehr unterschiedliche Verfahren der Messung der relativen Luftfeuchtigkeit. Diese werden im folgenden kurz vorgestellt.




Mechanische Feuchtemessung

Das mechanische Verfahren beruht auf der Ausdehnung bzw. dem Zusammenziehen von verschiedenen (meist organischen) Messelementen. Solche Messelemente sind beispielsweise: beschichtete Metallspiralen, Haare, Durometer, Darmsaiten, etc.. Über ein mechanisches Werk wird dann die Längenänderung des Messelementes auf den Zeiger übertragen. Echthaarhygrometer bedürfen einer regelmässigen Wartung und Pflege. Zur Vermeidung des Austrocknens und damit einhergehender Drift müssen Echthaarhygrometer regelmässig regeneriert werden. Hierzu wird das Hygrometer in einem, mit destilliertem Wasser befeuchteten Tuch umhüllt, so dass eine Sättigung eintritt. Nach etwa einer Stunde stellt sich ein Messwert von ca. 98%rH ein. An den meisten Geräten kann über eine Stellschraube eine Einpunkt-Justage durchgeführt werden.