Humidor-Bauanleitung

Gründe für einen Humidor-Eigenbau

Warum baut der eine seine Möbel selbst, der andere keltert seinen eigenen Wein und der nächste schraubt an seinem Auto? Die Gründe hierfür sind sicherlich nicht ausschließlich darin zu suchen, dass Selbermachen im Trend liegt oder man für weniger Geld mehr erhalten kann - es ist der Wunsch ein eigenes, individuelles Produkt nach seinen Vorstellungen und Präferenzen zu schaffen.

Im Bereich des Humidorbaus hat dies noch einen ganz anderen Grund. Schaut man sich an, wie hirnlos viele Humidore konstruiert sind, dann ist der Wunsch neben der Schaffung eines individuellen Einrichtungsgegenstandes auch ein Produkt zu schaffen, das die ihm zugedachte Aufgabe perfekt erfüllt, nur allzu gut zu verstehen.

Die folgende Humidorbau-Anleitung richtet sich in erster Linie an den ambitionierten Selbermacher. Ich habe die einzelnen Schritte soweit wie möglich vereinfacht, da nicht jeder in seinem Keller eine 20 Tonnen Furnierpresse oder eine 5-Achs-CNC Fräsmaschine stehen hat. Also versuche ich hier mit halbwegs üblichen Bordmitteln aus der Werkstatt einen Leitfaden für eine mögliche Vorgehensweise des Humidorbaus zu geben. Dabei werden auch einige Tips gegeben, bei denen sich der gelernte Schreiner die Haare raufen mag. Das macht gar nichts. Einfach deshalb, weil ein Humidor ein Objekt ist, dass an sich schon jeglicher Schreinerausbildung entgegenläuft. Eine Kiste, außen ein anderes Furnier als innen - und schon durchgefallen. Geht nicht. Verzieht sich. Kann nicht halten - so lernt es der Azubi. Aber es hält und geht dennoch.

Wenn ich im Folgenden Werkzeuge und Materialien anführe, dann steht in (Klammern) dahinter das (Werkzeug/Material/Maschine/Vorgehensweise), die ein Profi dafür verwenden würde. Also entspannt ans Werk...

humidor-querschnitt

Prinzipieller Aufbau eines Humidors

Ein Tischhumidor besteht, vereinfacht gesagt, aus einer Außenkiste und einer Innenkiste. Die Außenkiste ist der statisch relevante, also stabile Außenkorpus, die Innenkiste ist eigentlich keine Kiste an sich, sondern eine Innenverkleidung des Außenkorpus, die aber nicht vollflächig verklebt wird, sondern nur eingesteckt bzw. mit kleinen, kopflosen Nagelstiften (Druckluftnadler) fixiert wird.

Um einen möglichst nahtlosen Übergang zwischen Deckel und Korpus zu erreichen wird der Humidor zunächst als komplett geschlossene Kiste gebaut und dann an der der gewünschten Stelle aufgesägt. Somit erhält man zwei Teile, also Deckel und Korpus, die exakt aufeinander passen.

Sodann wird die Bodenplatte eingesetzt und darauf das Lining, also die Innenverkleidung gestellt. Das Lining kann stumpf oder auf Gehrung eingesetzt werden. Der Überstand des Linings in den Deckel sollte 5-8 mm betragen und muss so eingeschliffen werden, dass der Deckel mit einem satten Plopp schließt.

Der Außenkorpus

Der Außenkorpus muss extrem stabil sein. Der Grund: Von außen ist der Humidor sowohl in Furnier als auch Oberflächenbehandlung anders aufgebaut als von innen. Dadurch entstehen Spannungen, die den Korpus verziehen können. Dazu kommt der Feuchtigkeitsunterschied. Wenn im Winter bei trockener Heizungsluft die Umgebungsfeuchte auf 30% rF absinkt, im Humidor aber weiterhin 70% vorherrschen sollen, dann ist dieser Unterschied so gravierend, dass auch hier Spannungen und Verwindungen auftreten können. Dies gilt es möglichst zu kompensieren.

korpusaufbau

Korpusaufbau

In diesem Bild erkennt man, dass die einzelnen Korpusbretter oben und unten gefälzt werden, um Deckel und Bodenplatte aufzunehmen. Die Seitenplatten erhalten ebenfalls an den Schmalseiten eine Falzfräsung und können so Front und Rückwand aufnehmen. Natürlich können Sie den Korpusaufbau variieren und so ausführen, wie Sie wollen. Diese Konstruktion hat jedoch den Charme, dass man nahezu alle Fälzungen und Ausnehmungen an einer Tischkreissäge vornehmen kann.

Sie können auch Materialien kombinieren. Es spricht nichts dagegen, die Wandungen des Humidors aus Multiplex oder Massivholz zu bauen, Deckel und Boden aber aus MDF. Grundsätzlich rate ich davon ab, Deckel und Bodenplatte aus Massivholz zu bauen. Aufgrund der recht großen Fläche und des verhältnismäßig dünnen Materials ist die Gefahr des Verzugs oder gar eines Risses recht groß und dann schließt der Deckel nicht mehr richtig. Gehen Sie auf Nummer sicher und verbauen Sie hier ein "Totmaterial", das standfest und stabil ist.

liningdetail

Humidor im Querschnitt

In diesem Bild erkennen Sie den Aufbau sehr gut. Der Boden ist hier soweit eingefälzt, dass der Humidor umlaufend auf einer Kante steht. Es spricht nichts dagegen, die Bodenplatte nur soweit einzufälzen, dass sie bündig mit den Seitenwangen abschließt. Oben rechts erkennt man die eingesetzte Kantenleiste. Ist die Verleimung des Korpus nicht perfekt geworden, so kann dies durch die in eine Fälzung eingesetzte Kantenleiste kaschiert werden. Die Fälzungen können leicht an der Tischkreissäge hergestellt werden. Das Lining darf nicht eingeleimt werden, sondern wird mit kleinen, kopflosen Nägeln bzw. Drahtstiften im Korpus fixiert. Zudem sollte das Lining nicht zu stramm eingesetzt werden, damit das Holz noch Platz zur Ausdehung hat und nicht den Korpus zerlegt oder sich nach innen wölbt.

Planung zuerst

Nachdem Sie nun den prinzipiellen Aufbau eines Humidors kennen gelernt haben geht es nun an die Umsetzung. Folgende Fragen müssen Sie sich beantworten:

  • Oberfläche: Roh, furniert, lackiert, geölt, gewachst, glänzend, matt.
  • Tablett als zweite Etage im Humidor: ja/nein
  • Lagerkapazität definieren - Größe des Humidors festlegen
  • Kantenleisten: ja/nein
  • Wahl des Materials (Massivholz, MDF, Multiplex)
  • Schloss und/oder Griffe?
  • Art der Befeuchtung: Passiv/elektronisch geregelt

Jeder der genannten Punkte hat unmittelbaren Einfluss auf die anderen Punkte. Aus diesem Grund ist diese Entscheidungsreihenfolge der Punkte nicht willkürlich, sondern folgt einer gewissen Logik, die ich im Folgenden erläutere.

1. Oberfläche
Zunächst müssen Sie sich darüber im klaren werden, welche Oberfläche der Humidor haben soll. Wer keine Erfahrung im Bereich Oberflächenfinish hat, dem rate ich von geschlossenen Lackflächen ab. Ganz gleich wie man den Korpus auch aufbaut, man hat immer Kanten, an denen zwei Bretter verleimt sind. In dieser Kante ist (getrockneter) Leim. Der Lack wird sich mit der Zeit setzen, am Holz anders als an an den Leimkanten. Und bereits nach kurzer Zeit können Sie durch den Lack die Humidorkonstruktion sehen, da sich die Leimkanten als feine Linien im Lack abzeichnen. Diesen Effekt zu verhindern hat kein mir bekannter Hersteller im Griff. Ich habe auf der Intertabak Messe in Dortmund Tischhumidore für 12.000 Euro gesehen, bei denen man bei bestimmter Beleuchtung die gesamte Humidorkonstruktion von außen durch den Lack ablesen kann. Deshalb: Wenn man es nicht kann, dann sollte man es lassen.

Wer dennoch auf eine geschlossenporige Lackoberfläche nicht verzichten möchte, der sollte den Humidor keinesfalls aus Leimholz bauen, da sich hier die Leimkanten zwischen den einzelnen verleimten Stäben abzeichnen. Gut geeignet sind MDF-Platten, die bereits mit einer Grundierfolie belegt sind und somit eine möglichst glatte, wenig saugende Oberfläche bilden. Verwendet man Multiplex, so sollte vor der Lackierung in jedem Fall eine Grundierfolie aufgebracht werden, da die Oberfläche der Multiplexplatte ja ebenfalls ein Furnier mit Holzstruktur ist und sich der Grundierungsaufwand erhöht.

Um eines vorweg zu nehmen - eine dauerhafte, hochglänzende, farbige Oberfläche auf einem Humidor zu erzielen, die höchsten Ansprüchen genügt und die auch noch nach Jahren nicht nachsackt ist technisch zwar möglich, aber so aufwändig, dass sie in der Praxis nicht durchgeführt wird. Kein mir bekannter Hersteller im Premiumbereich ist in der Lage, auf einem Holzhumidor eine dauerhaft makellose Hochglanzoberfläche zu erzielen, die nicht nach einigen Jahren Orangenhaut, milchige Unterlaufungen oder Wellungen aufweist.

Eine 100% perfekte Hochglanzoberfläche auf Holz zu erzielen ist nur möglich, indem mit mehreren Schichten Epoxydspachtel sämtlichen Poren den Holzes geschlossen werden und damit eine extrem harte Epoxydschicht als Untergrund entsteht. Mehrmaliges Grundieren und Schleifen bis zum Endlack benötigt inklusive Durchhärtungszeiten etwa 6-8 Monate und ist so teuer in der Produktion, dass dies in der Praxis nicht erfolgt. So können Sie sicher sein, dass ihr anfangs hochglänzender Humidor nach einigen Jahren Artefakte in der Oberfläche entwickelt.

Aus diesem Grund rate ich dem Selbstbauer zu einer offenporigen Lackierung oder zu einer gewachsten oder geölten Oberfläche. Wie Sie sehen hat die Wahl der Oberfläche ganz entscheidenden Einfluss auf die Wahl des Humidormaterials.

Humidor Tablettproblem 2. Innenausstattung mit oder Tablett

Wenn Sie sich dieses Bild ansehen, dann springt Ihnen das Problem eigentlich schon ins Gesicht. Bei geschlossenem Deckel ist der Abstand des Befeuchters zu den Zigarren auf dem Tablett zu gering und wird diese überfeuchten. Die im Tablett vorhandenen Luftlöcher werden größtenteils von Zigarren verdeckt, so dass der untere, größere Bereich des Humidor nicht ausreichend befeuchtet wird.

Wenn Sie ein Tablett im Humidor haben möchten, dann muss der Befeuchter im unteren Humidorbereich positioniert werden, sinnvollerweise an der Rückwand, stehend. Feuchte Luft ist leichter als trockene und steigt nach oben. Der Tablettboden sollte möglichst viele Löcher aufweisen, damit auch im befüllten Zustand noch immer einige Zirkulationslöcher frei bleiben. Folglich muss der untere Humidorbereich mindestens 90 mm hoch sein, damit das Befeuchtungssystem unter das Tablett passt. Dann kommt die Tabletthöhe zzgl. etwas Luft im Deckel dazu und schon landen Sie bei einer Gesamthöhe von 18-20 cm. Wenn dann der Humidor keine ausreichend große Grundfläche hat, sieht der Kasten ziemlich plump und klotzig aus.

Meine Empfehlung: Humidore bis 150 Zigarren sollten nicht mit Tablett ausgestattet werden, da man nicht wirklich mehr Platz gewinnt und stattdessen sich die Luftzirkulation verbaut. Grundsätzlich gilt: In einem Humidor mit Tablett darf der Befeuchter niemals im Deckel montiert werden, da dies zu einer Überfeuchtung der Zigarren auf dem Tablett führen wird und der untere Humidorbereich nicht ausreichend befeuchtet wird.


3. Größe des Humidors festlegen

Neben den oben angeführten konstruktiven Einflussfaktoren hat natürlich die Anzahl zu lagernder Zigarren den größten Einfluss auf die Humidorgröße. Die landläufige Angabe - Humidor für 50 Zigarren - ist eigentlich irreführend, geht sie doch von der Lagerung eines Corona-Formates aus. Sobald unterschiedliche Formate im Humidor liegen, und das ist ja meist der Fall, reduziert sich die effektive Lagerkapazität ganz erheblich. Planen Sie Ihren Humidor daher immer größer, als Sie es eigentlich geplant hatten. Ob Sie einen kleinen oder einen großen Humidor bauen, der Aufwand ist der gleiche und die Paar Euro mehr für das Material sind irrelevant.



falze kantenleisten 4. Kantenleisten

Eigentlich gehört dieser Abschnitt in den Konstruktionsablauf weiter unten, allerdings erscheint mir eine Verdeutlichung dieses Prinzips bereits hier angemessen. Wenn Sie den ersten Humidor bauen und Sie keine Erfahrung damit haben, wie man eine auf Gehrung gesetzte Kante so furniert, dass man später keine Furnierkante sieht, dann bietet es sich an, den Humidor allseits mit Kantenleisten einzufassen. Hierzu wird der Korpus an allen Kanten gefälzt (Tischkreissäge oder Oberfräse).

Im Modellbaubedarf gibt es Vierkanthölzer in diversen Ausführungen. Leimen Sie die Kantenleisten in den Falz und fixieren Sie alles mit Klebeband, bis der Leim getrocknet ist.


5. Materialauswahl

Für das erste Projekt rate ich Ihnen zu furnierten Multiplexplatten oder aber zu Leimholz. Hier kommt es ganz auf Ihre Maschinenausstattung und Ihre handwerklichen Fähigkeiten an.


6. Beschläge

Die Quadrantscharniere kommen sicher zum Einsatz, ob Sie seitliche Griffe und ein Schloss benötigen ist Geschmacksache und konstruktiv nicht von Belang. Das Einlassen der Scharnierfräsungen ist neben dem Aufsägen des Korpus der schwierigste Teil am Humidorbau.


6. Befeuchtungstechnik

Das Herzstück eines jeden Humidors ist das Befeuchtungssystem. Ob passiv oder elektronisch geregelt, es ist eine Frage des Budgets und der Erwartungen, die Sie an den Humidor stellen. Lesen Sie hierzu bitte meine Ausführungen zum elektronischen Befeuchtungssystem HYDROCASE.


Los geht´s mit dem Humidorbau

Gehen Sie beim Humidorbau wie folgt vor:

  • Anfertigen aller Brettflächen (Seiten/Front/Rückwand/Deckel/Boden)
  • Korpus verleimen
  • Gegebenenfalls Fälzungen für Kantenleisten anbringen, Kantenleisten einleimen
  • Korpus auftrennen
  • Quadrantscharniere einbauen, ggf. Schloss und Griffe einbauen
  • Lining, Boden- und Deckelverkleidung zuschneiden und einpassen
  • Lining einschleifen
  • Oberfläche gestalten
brettsaegen Anfertigen der Brettflächen

Sie benötigen ein mind. 18 mm starkes Brett, das in der Breite der späteren Höhe des Humidors entspricht und in der Länge die Summe aus 2 x Länge und 2 x Breite des Humidors misst. Soll Ihr Humidor einmal 20 cm hoch werden, 45 cm breit und 25 cm tief, so fertigen Sie ein 20 breites und 150 cm langes (etwas Übermaß eingerechnet) Brett. Soll die Oberfläche furniert werden, so ist nun der richtige Zeitpunkt. Furnieren Sie das Brett immer beidseitig, um ein Verziehen des Materials zu vermeiden. Da Sie sicher keine Furnierpresse haben behelfen Sie sich am besten mit schweren, glatten Steinplatten, z.B. Fensterbänken, die mit Hilfe von Zulagebrettern und Zwingen das Furnier auf das Trägermaterial pressen.

Bringen Sie der Länge nach die Fälzungen für Deckel und Boden an und trennen Sie dann das Brett in die einzelnen Längen für Seiten, Front und Rückwand. Um bei furnierten Brettern eine umlaufende Furnierzeichnung zu erhalten trennen Sie die Bretter wie folgt: Rückwand, Seite rechts, Front, Seite links. Je nach Konstruktion ist der Trennschnitt gerade (wenn Kantenleisten eingesetzt werden) oder im 45° Gehrungswinkel.



korpusaufbau Korpus verleimen

Verleimen Sie den Korpus wie in der Explosionszeichnung zu erkennen ist. Verwenden Sie hierzu wasserfesten Kunstharzleim wie Ponal wasserfest oder Bindan. Um einen einwandfrei rechtwinkligen Korpus zu erhalten sollten Decke und Boden sehr passgenau in den Fälzungen liegen. Verwenden Sie zum Verleimen am besten Korpuszwingen mit großen Auflagen. Prüfen Sie auf Rechtwinkligkeit!



falzkorpus Falze anbringen

Sollen Kantenleisten angebracht werden, so bringen Sie an der Kreissäge oder mit der Oberfräse die Falze an und setzen die Kantenleisten, wie oben beschrieben ein und verleimen diese.



humidor-bandsaege Korpus auftrennen

Jetzt kommt der heikelste Teil des Baus, das Auftrennen des Korpus in Deckel und Unterteil. Wenn Sie Zugriff auf eine große Bandsäge mit ruhigem Lauf haben, dann können Sie den Trennschnitt wie hier im Bild durchführen. Das ist jedoch riskant wenn das Sägeblatt verläuft. Sicherer ist der Trennschnitt an der Kreissäge. Führen Sie zunächst eine kurze Seitenfläche des Korpus über das Sägeblatt. Ist diese Seite aufgetrennt, so schieben Sie ein Holzstück in exakt der Stärke des Sägeblattes in die Sägenut ein und ziehen mit Klebeband Deckel und Korpus zusammen. Sägen Sie nun die Frontseite und schieben auch hier wieder ein Holzstück in die Sägenut. Wieder mit Klebeband zusammenziehen. So verfahren Sie rundherum, bis Sie den Deckel abgetrennt haben. Es liegen nun zwei exakt zueinander passende Teile vor Ihnen – Deckel und Korpus.



scharnierfraesung Quadrantscharniere einbauen

Auch dieser Teil ist nicht so ganz einfach. Sie sollten zunächst an einigen Brettwinkeln üben und sich evtl. Anschläge bauen, damit die Fräsung nicht zu groß wird. Es bedarf doch einiger Übung, die Scharniere so sauber einzulassen, dass nicht mal ein Haar dazwischen passt. Also üben und wenn man sicher ist, ran an den Humidor. Glück für den, der, wie hier im Bild, Zugriff auf eine CNC-Fräse hat. Einmal programmiert (und ein Haufen Muster in den Sand gesetzt), macht das Ding die Arbeit von allein. Aber auch mit einer Oberfräse und etwas Geschick lassen sich die Fräsungen problemlos anfertigen.



lining-einpassen Innenverkleidung einsetzen

Aufgrund der Harzgefahr des Spanischen Zedernholzes (ausführliche Informationen zur Spanischen Zeder lesen Sie hier) darf sein Anteil im Humidor nicht zu groß sein. Boden und Deckel sollten Sie mit Sipo-Mahagoni verkleiden, die vertikalen Flächen in Korpus und Deckel verkleiden Sie mit Spanischer Zeder. Somit ist ein optimales Verhältnis von Luftvolumen zur Fläche der Spanischen Zeder gegeben. Beide Hölzer haben wir in 8 mm Stärke im Shop vorrätig. Bodenplatte und Deckel werden nicht geklebt sondern nur durch die Seitenauskleidung auf Druck fixiert. Die Seitenauskleidung wird mit kleinen Drahtstiften oder Tackernadeln (Drucklufttacker) fixiert.



lining-einschleifen Innenverkleidung einschleifen

Damit der Deckel mit einem satten Plopp schließt müssen Sie die über den Korpus stehende Kante der Innenverkleidung abschrägen und einschleifen. Das ist ein Geduldspiel. Immer wieder probieren, nicht zu viel abschleifen. Sonst knallt der Deckel auf den Korpus.



oberflaeche.jpg Oberfläche gestalten

Wenn Sie ein Echtholzfurnier als Oberfläche gewählt haben können Sie nun den Humidor lackieren, ölen oder wachsen. Als Lack sollten Sie einen chemisch aushärtenden Zwei-Komponenten Klarlack verwenden. Wird der Humidor geölt, so achten Sie auf ein möglichst geruchloses Öl. Keine Zitrusöle verwenden. Nach dem Ölen trocknen lassen und polieren.



Diese Anleitung beschreibt das prinzipielle Vorgehen des Humidorbaus. Natürlich bleiben bei einer derartigen Beschreibung immer offene Fragen und es würde ein ganzes Buch füllen, würde ich hier jedes Detail ausführlich behandeln. Aber zumindest haben Sie hiermit einen ersten Eindruck, ob Sie sich an das Projekt Humidor-Eigenbau wagen wollen und können.