Defizite marktüblicher Humidore




Marktübliche Humidore sind größtenteils falsch konstruiert!

Mir ist die Brisanz der folgenden Zeilen durchaus bewusst. Könnte man mir doch unterstellen, andere Humidorhersteller diskreditieren zu wollen. Dem ist nicht so. Es geht einzig darum, Ihre Zigarren vor Wert- und Qualitätsverlust zu schützen. Lagern Sie Ihre Zigarren in falsch gebauten Humidoren, so riskieren Sie unwiederbringliche Qualitätseinbußen. Treten Probleme auf, so geht man meist davon aus, selbst etwas falsch gemacht zu haben. Ist jedoch der Humidor falsch konstruiert, so ist es nahezu unmöglich, das gewünschte Ergebnis zu erreichen.

Während optische Defizite in der Oberfläche oder schief angebrachte Beschläge zunächst nur die Wertanmutung eines Humidors mindern, so sind die konstruktiven Fehler weit schlimmer, da sie direkten Einfluss auf die Funktionsweise des Humidors haben.

Hier einige Beispiele der häufigsten Humidor-Ärgernisse:




Kein durchdachtes Unterteilungskonzept in kleinen Humidoren. Das Trennbrett kann nicht mehr benutzt werden, wenn Zigarren quer eingelagert werden müssen. Also Trennbrett entfernen oder die Diademas zu zwei Short-Perfectos verwandeln...

Scharniere aus Messing bieten keine ausreichende Stabilität bei schweren Humidoren. Sie können dem Gewicht des Deckels nicht standhalten und verbiegen sich. Zudem besteht die Gefahr, dass die Schrauben ausgerissen werden.

Falsches Konzept und falsche Materialien bei Tischhumidoren




Wird das falsche (die falsche Provenienz) oder ein zu hoher Anteil an Spanischem Zedernholz im Humidor verbaut, so kann es durch Aromensättigung der Luft zu flächigen oder punktuellen Ausharzungen kommen. Der Geruch im Humidor erinnert dann an Lösungsmittel. Zudem sehr ärgerlich, wenn die Deckblätter der Zigarren im Humidor kleben statt auf der Zigarre.




Ein bei Importhumidoren häufig anzutreffendes Erscheinungsbild. Die instabilen Scharniere sind mit optisch minderwertigen Kreuzschlitzschrauben befestigt und die Scharnierausfräsungen sehen aus, als hätte sie eine Ratte ausgefressen. Dann lieber noch eine Weile mit LEGO üben bevor man eine derartige Arbeit abliefert.

Das Standard-Konstruktionsproblem. Befeuchter im Deckel montiert. Zigarren decken die Luftlöcher im Tablett ab. Feuchte Luft ist leichter als trockene und steigt nach oben. Fragen auch Sie sich, wie die befeuchtete Luft in den unteren Humidorbereich gelangen soll? Sie kann es nicht. Oben zu feuchte, unten zu trockene Zigarren.




Derartige Kandidaten kennen Sie bestimmt, werden Sie doch an allen Ecken angepriesen. Schauen wir uns also die Details an.

Falsche Konstruktion, mangelhafte Befeuchtungstechnik und minderwertige Materialien bei Schrankhumidoren

Bei Schrankhumidoren beginnen die echten Probleme. Alleine der Wert eingelagerter Zigarren ist Grund genug sich eingehend Gedanken darüber zu machen, ob die am Markt angebotenen Schrankhumidore der an sie gestellten Anforderung, nämlich auf allen Etagen die gleichen Lagerungsbedingungen zu erreichen, überhaupt erfüllen. Es sind Ihre Zigarren, Ihr Geld, das auf dem Spiel steht, wenn Sie sich für ein Produkt entscheiden, dass auf den ersten Blick zwar billig zu kaufen aber dann später sehr teuer im Unterhalt wird. Weil Sie sukzessive Zigarren entsorgen müssen.




Angepriesen als Zedernholzablagen entpuppen sich die Ablageböden bei genauem hinsehen als dünn furnierte MDF Bretter. Das rohe MDF, sichtbar in den Langlöchern, beginnt zu müffeln wenn es höherer Luftfeuchte ausgesetzt wird. Im "Humidor" beginnt es modrig und schimmelig zu riechen.

Der absolute Abschuss sind Befeuchterschwammbretter direkt unter den MDF-Ablagen. Hierdurch werden die ohnehin feuchteempfindlichen Böden einer extrem hohen Luftfeuchte ausgesetzt und vergammeln in kürzester Zeit. Wer denkt sich so etwas nur aus...?




Schildbürgerstreich
Das im Humidor fest eingeleimte Schrägablagebrett hat eine vertikale Langlochung. Und darauf soll man ein Tablett stellen - mit einer Querlochung. Liegen dann noch Zigarren im Tablett war es das komplett mit der Luftzirkulation. Bei so viel Unverstand wird es grenzwertig.

Der beste Weg die Luftzirkulation im Humidor zu zerstören ist eine Schublade im Schrankhumidor. Diese teilt den Humidor in der Mitte in zwei hälften, was eine sehr ungleichmäßige Luftfeuchteverteilung auf den einzelnen Ebenen zur Folge hat. Nette Vitrine - aber leider kein Humidor.




Geht das nicht besser?

Es geht besser. Und zwar dann, wenn man (bzw. ich) als Zigarrenraucher die Probleme aus der Praxis kennt und Humidore entweder von vorneherein so baut, dass die genannten Defizite vermieden werden (Century Humidore) oder aber indem Standardhumidore so modifiziert werden, dass sie den Ansprüchen an eine qualitativ hochwertige Zigarrenlagerung gerecht werden.